Kleine Bergeller Barocktruhe mit Kassettenfront
18. Jahrhundert
Diese Truhe aus dem Bergell ist ein Stück alpine Handwerkskunst im kompakten Format. Die kassettierte Front mit ihren zwei gerahmten Feldern zeigt die klare Formensprache des Barocks – reduziert, aber wirkungsvoll. Der geschwungene Bogenfries am Sockel gibt ihr Leichtigkeit und ist auch an den Seitenwänden sorgfältig ausgearbeitet. Ein Möbel, das von allen Seiten gedacht wurde.
Das unbehandelte Nadelholz hat über die Jahrhunderte einen warmen, honigfarbenen Ton angenommen. Der Deckel ist heller, fast silbrig verwittert – ein schöner Kontrast zum dunkleren Korpus. Auf ihm eine kelchförmige Aussparung, deren Bedeutung sich nicht mehr eindeutig klären lässt. Vielleicht eine ehemalige Schlüssellochblende, vielleicht ein Zierzeichen. Ein Detail, das Fragen stellt und genau deshalb fasziniert.
Im Innern öffnet sich die Truhe grosszügig. Zwei handgeschmiedete Eisenscharniere tragen den schweren Deckel zuverlässig – das Eisen dunkel patiniert, die geschmiedeten Enden sorgfältig gespalten. Hier wurde nichts beiläufig gemacht. Ursprünglich bewahrte sie wohl Textilien oder Vorräte. Heute fügt sie sich mühelos in ein modernes Zuhause: als Beistelltisch neben dem Sofa, als Ablage im Flur, als Aufbewahrung am Fussende des Bettes.
Das Holz hat über die Jahrhunderte eine warme Honigfarbe angenommen. An manchen Stellen dunkler, wo es oft berührt wurde. An anderen heller, fast golden im Licht. Die Oberfläche ist unbehandelt, man spürt die Textur des Holzes unter den Fingern.
Dieses Unikat kann gerne besichtigt werden. Termin nach Vereinbarung
Höhe: 53 cm
Breite: 83 cm
Tiefe: 38 cm
Material: Weichholz (Fichte oder Lerche)
Alter: antik (18. Jahrhundert, Barock)
Zustand: originaler Zustand
Herkunft: Bergell, Graubünden
