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Kleistermalerei-Truhe mit schmiedeeisernen Beschlägen

18. Jahrhundert (1745)


Diese Truhe von 1745 erzählt von einer Zeit, als Möbel noch von Hand verziert wurden. Nicht mit Schnitzereien, sondern mit Kleistermalerei. Die Malerei zeigt florale Motive in geometrischen Feldern. Wellenbänder rahmen die Felder ein, dazwischen rankende Pflanzen und stilisierte Blüten. Man sieht die Hand des Handwerkers - die leicht unregelmässigen Linien, die unterschiedliche Tiefe. Keine Perfektion, sondern ehrliche Handarbeit.


Das Holz hat über die Jahrhunderte eine warme Honigfarbe angenommen. An manchen Stellen dunkler, wo es oft berührt wurde. An anderen heller, fast golden im Licht. Die Oberfläche ist unbehandelt, man spürt die Textur des Holzes unter den Fingern.


Innen ein kleines Fach - für Wertsachen, für Briefe, für Dinge, die man sicher verwahren wollte. Das Eisenschloss funktioniert noch immer, schwer und solide. Die geschmiedeten Scharniere tragen das Gewicht des Deckels ohne Mühe.


Diese Truhe war nicht für Repräsentation gedacht. Sie stand in einer Stube, bewahrte Textilien, Getreide, vielleicht das Hochzeitsleinen. Sie war Teil des täglichen Lebens - und kann es wieder sein. Am Fussende des Bettes, als Sitzbank im Flur, als niedrige Kommode im Wohnraum. Diese Truhe bringt Geschichte in jeden Raum.


Besonderheiten: Handgefertigte Kleistermalerei, originales Eisenschloss, kleines Innenfach.


Dieses Unikat kann gerne besichtigt werden. Termin nach Vereinbarung


Höhe: 78 cm

Breite: 138 cm

Tiefe: 56 cm

Material: Weichholz (Fichte oder Lerche)

Alter: antik (1745, Spätbarock)

Zustand: Wurde in den 1980er restauriert, Belege vorhanden,

Schloss mit Schlüssel funktioniert einwandfrei

Herkunft: Zentralschweiz oder Berner Oberland

 

Die Technik im Detail:

Die Kammmalerei zieht sich als rhythmisches Mäanderband über die gesamte Front, während die zentralen Felder mit ihrer getupften Marmorierung an kostbare Steine erinnern. Florale Halbkreise und feine Linienführung schaffen eine harmonische Gliederung. Jeder Pinselstrich, jeder Kammzug ein Unikat – denn bei dieser Technik wurde in die noch feuchte Farbschicht direkt hineingearbeitet.


Kleistermalerei war im 18. und 19. Jahrhundert eine verbreitete Dekorationstechnik im alpenländischen Raum. Eine Farbschicht auf Leim- oder Kleisterbasis wurde aufgetragen und dann, solange sie noch feucht war, mit Kämmen, Bürsten oder Schwämmen bearbeitet. So entstanden charakteristische Muster wie Wellenlinien (Kammzug), Marmorierungen und geflämmte Strukturen – alles mit dem Ziel, einfaches Weichholz durch Imitation von edlen Furnieren und Intarsien aufzuwerten.


Die schmiedeeisernen Beschläge mit ihren gravierten Ornamenten sind eigenständige Kunstwerke. Die geschliffene Patina des Eisens und die warm nachgedunkelte Oberfläche des Holzes lassen erahnen, wie viele Generationen dieses Möbel begleitet haben.


Die Zeit hat dieser Truhe nicht geschadet – sie hat ihr zusätzliche Tiefe verliehen. Gebrauchsspuren und natürliche Alterung machen sie schöner als neu: authentisch, unwiederholbar, voller Geschichte.

Einzigartige Truhe von 1745

Artikelnummer: AV0002
CHF 1’250.00Preis
Anzahl
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