Nadelholz. Das Material der Bauern.
- 1. Juni
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Aktualisiert: 23. Aug.

Wer im 18. oder 19. Jahrhundert ein Möbel aus Nussbaum besass, hatte es geschafft. Nussbaum war das Holz der Wohlhabenden – dunkel, dicht, edel in der Maserung. Es liess sich feiner bearbeiten, nahm Politur an, wirkte von vornherein nach Stand und Anspruch.
Die Bauern nahmen, was der Wald hergab. Tanne, Fichte, Lärche – Nadelholz. Weich, leicht zu bearbeiten, nicht selten mit Harz im Geruch. Kein Prestigematerial. Ein Gebrauchsmaterial. Schränke, Truhen, Tische, Bänke – alles, was in einem Haushalt gebraucht wurde, entstand aus diesem Holz. Nicht weil man es wollte, sondern weil es vorhanden war.
Und weil das Material als schlicht galt, bemalten die Bauern ihre Möbel. Farbe war die Antwort auf fehlendes Prestige. Mit Kleisterfarbe, Kaseinfarbe oder einfachen Erdpigmenten entstanden florale Motive, geometrische Felder, Wellenbänder – manchmal grob, manchmal von erstaunlicher Feinheit. Was das Holz an Würde zu vermissen schien, gab die Bemalung zurück. Heute sind es genau diese bemalten Stücke, die Sammler und Museen gleichermassen faszinieren.
Dann hat sich das Bild gedreht.
Nussbaum ist nach wie vor begehrt. Aber Nadelholz – altes, unbehandeltes, ehrliches Nadelholz aus antiken Schweizer Möbeln – ist zu einem Material geworden, das Kenner suchen. Nicht trotz seiner Schlichtheit, sondern wegen ihr.
Warum? Weil unbehandeltes Nadelholz altert wie kaum ein anderes Material. Es nimmt Licht auf, nimmt Berührungen auf, nimmt Zeit auf. Die Oberfläche wird nicht schlechter – sie wird tiefer. Kratzer, Verfärbungen, abgestossene Kanten: das ist keine Beschädigung, das ist Biografie. Und Biografie ist heute rarer als jede Politur.
Dazu kommt das Haptische. Wer mit der Hand über unbehandeltes altes Nadelholz fährt, spürt die Maserung direkt – keine Schicht dazwischen, kein Lack, kein Wachs, der das Erlebnis filtert. Das Holz atmet. Im wahrsten Sinn.
Bei DACHASA arbeiten wir fast ausschliesslich mit antikem Nadelholz. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil es das ehrlichste Material ist, das wir kennen.
Ein Beispiel aus unserem Sortiment: die Schaffreite aus der Ostschweiz, 19. Jahrhundert. Unbehandeltes Nadelholz, originale Beschläge, ehrlicher Originalzustand. Das Möbel, das einst die Vorräte einer Familie bewachte – heute ein Sideboard, das jeden Raum trägt.


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